Präzisionsweinbau
Sprühdrohnen im Rebberg: Ausbringung in der Schweiz
Die Schweiz war das erste Land Europas, das die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln im Weinberg per Drohne zuliess, mit einem Zulassungsverfahren, das bereits 2019 eröffnet wurde. Heute sind rund zehn Betreiber für den Einsatz im Schweizer Rebberg zugelassen, bei einem beobachteten Dienstleistungspreis von rund 650 CHF pro Hektare bei einem Anbieter wie Agrofly.
Warum sich der Schweizer Rebberg für die Drohne eignet
Die Terrassenweinberge im Wallis und in Lavaux sind mit dem Raupentraktor historisch schwer zu behandeln; ein Teil der Parzellen wurde bisher per Helikopter behandelt, insbesondere über den «Spray-off»-Dienst von Air Glaciers.
Die Drohne ersetzt den Helikopter auf diesen steilen Lagen zunehmend: Sie fliegt näher am Laub, reduziert die Abdrift des Mittels auf Nachbarparzellen und die Umgebung und ermöglicht gezieltere Einsätze, Parzelle für Parzelle.
In Lavaux hat sich die Verwendung von biologischen oder biodynamischen Mitteln, die mit der Drohnenausbringung kompatibel sind, in den letzten rund fünf Jahren durchgesetzt, was die Einführung dieser Technik bei den Winzern erleichtert hat.
Ein europaweit wegweisender Rechtsrahmen
Die Schweiz eröffnete bereits 2019 ein Zulassungsverfahren für die Ausbringung per Drohne, vor dem übrigen Europa. Dieser frühe Rechtsrahmen erklärt die im Vergleich zu den meisten Nachbarländern höhere Zahl an Betreibern und zugelassenen Modellen.
Gemäss von der Fachpresse aufgegriffenen Schätzungen zählt die Schweiz heute rund zehn zugelassene Betreiber und rund zwanzig für diesen Einsatz homologierte Drohnenmodelle — eine Zahl, die im Einzelfall bei Agroscope zu überprüfen ist, welche die offizielle Liste führt.
Dienstleister in der Schweiz
Agrofly, Pionier der Branche im Wallis, war einer der ersten Betreiber, der die Ausbringung im Rebberg per Drohne in der Schweiz anbot. Aero41 betreibt einen in der Schweiz entwickelten Hexacopter, die AGv1, mit einem 16-Liter-Tank und entsprechender Zulassung.
Drone Précision Suisse ist in der Westschweiz mit DJI-Agras-Drohnen seit 2019 aktiv. Weitere Anbieter wie Agribio Drone, Dronesolutions oder Trenderia (Seeland) ergänzen das Angebot, während Altidrone eine ergänzende Dienstleistung anbietet: die Ausbringung von Trichogramma-Schlupfwespen gegen den Maiszünsler, nützlich für Betriebe, die auch Ackerbau betreiben.
- Agrofly — Pionier, Wallis, Dienstleistung Ausbringung im Rebberg
- Aero41 — Hexacopter AGv1, 16-Liter-Tank, zugelassen
- Drone Précision Suisse — DJI Agras, Westschweiz, seit 2019 aktiv
- Agribio Drone, Dronesolutions, Trenderia — ergänzendes Angebot
- Altidrone — Ausbringung von Trichogramma-Schlupfwespen gegen den Maiszünsler
Was kostet eine Sprühdienstleistung per Drohne?
Der bei einem Anbieter wie Agrofly beobachtete Preis liegt bei rund 650 CHF pro Hektare. Dieser Betrag variiert je nach Anzahl der nötigen Durchgänge in der Saison, der Hangneigung, der behandelten Gesamtfläche und dem verwendeten Mittel.
Im Vergleich zum Helikopter bietet die Drohne in der Regel tiefere Kosten und weniger Lärm für die Nachbarschaft, weshalb sie in Lavaux und im Wallis zunehmend für mit dem Traktor unzugängliche Parzellen gewählt wird.
Wie läuft eine Dienstleistung ab
Der Betreiber muss über die BAZL-Bewilligung für die Ausbringung aus der Luft sowie über die Agroscope-Zulassung des eingesetzten Drohnenmodells verfügen, die alle drei Jahre erneuert wird. Der Pilot selbst muss Inhaber der Behandlungsbewilligung sein.
Der Flug folgt einem präzisen Flugplan mit einer technischen Genauigkeitsanforderung von rund ±50 cm bei der Bahnverfolgung, um die Abdrift auf Nachbarparzellen, Gewässer und besiedelte Gebiete zu begrenzen.
Warum eine Dienstleistung statt eines eigenen Geräts
Für einen Weinbaubetrieb vermeidet die Beauftragung eines zugelassenen Betreibers die Investition in die Drohne, die Agroscope-Zulassung und die jährlichen BAZL-Gesuche, die beim Dienstleister liegen.
SinoDrone vermittelt Winzerinnen und Winzer an aktive Schweizer Betreiber, je nach Region (Wallis, Lavaux, Westschweiz) und gewünschter Behandlungsart.
Häufige Fragen
Was kostet die Ausbringung im Rebberg per Drohne in der Schweiz?
Der bei einem Anbieter wie Agrofly beobachtete Preis liegt bei rund 650 CHF pro Hektare. Er variiert je nach Anzahl der Behandlungen pro Saison, der Hangneigung und der Gesamtfläche der Parzelle.
Welche Betreiber bieten die Ausbringung im Rebberg per Drohne in der Schweiz an?
Agrofly (Wallis, Pionier der Branche), Aero41 (Hexacopter AGv1) und Drone Précision Suisse (DJI Agras, Westschweiz) zählen ebenso zu den identifizierten aktiven Betreibern wie Agribio Drone, Dronesolutions und Trenderia.
Ersetzt die Drohne den Helikopter bei der Behandlung des Rebbergs?
Sie ersetzt ihn zunehmend auf steilen Lagen wie in Lavaux, wo die Behandlung per Helikopter (Spray-off-Dienst von Air Glaciers) historisch üblich war. Die Drohne reduziert die Abdrift des Mittels und den Lärm für die Nachbarschaft.
Braucht es eine besondere Bewilligung für die Ausbringung im Rebberg per Drohne?
Ja. Der Betreiber benötigt eine BAZL-Bewilligung für die Ausbringung aus der Luft sowie eine Agroscope-Zulassung für das eingesetzte Drohnenmodell, die alle drei Jahre erneuert wird, zusätzlich zur Behandlungsbewilligung des Piloten. Details finden Sie auf unserer Seite zur Regulierung.
Wie viele Betreiber sind in der Schweiz für die Ausbringung im Rebberg per Drohne zugelassen?
Gemäss von der Fachpresse aufgegriffenen Schätzungen sind heute rund zehn Betreiber und rund zwanzig Drohnenmodelle für diesen Einsatz zugelassen. Die genaue Zahl ist bei Agroscope zu überprüfen, welche die offizielle Liste führt.
Weshalb ist die Schweiz bei der Ausbringung im Rebberg per Drohne wegweisend?
Die Schweiz eröffnete bereits 2019 ein Zulassungsverfahren für die Ausbringung per Drohne, vor dem übrigen Europa. Dieser frühe Rahmen ermöglichte die Entwicklung von Betreibern und zugelassenen Modellen, insbesondere in den Terrassenweinbergen des Wallis und von Lavaux.