Professioneller Leitfaden
Drohneninspektion und Thermografie in der Schweiz
In der Schweiz ersetzt die Drohneninspektion zunehmend Gerüst und Hubarbeitsbühne bei der Kontrolle von Dächern, Fassaden und Photovoltaikanlagen. Eine Drohne mit Wärmebildkamera wie die DJI Matrice 4T (112-facher Hybridzoom) erkennt in einem einzigen Flug Hotspots und defekte Solarzellen. Swisscom betreibt zudem ein landesweites Drohnennetzwerk für die grossflächige Infrastrukturinspektion.
Warum ein Gebäude oder eine Anlage per Drohne inspizieren
Die Drohneninspektion macht Gerüst und Hubarbeitsbühne bei der Kontrolle von Dach, Fassade oder Hochspannungsleitung überflüssig. Der Flug dauert meist einige Dutzend Minuten, ohne dass jemand in der Höhe arbeiten muss – das senkt Unfallrisiko und Kosten.
Die Drohne liefert einen georeferenzierten Bericht: Jede erkannte Anomalie wie ein Riss, Feuchtigkeit oder ein Hotspot wird präzise auf einem Plan oder Orthofoto lokalisiert, was die Nachverfolgung von Reparaturen erleichtert.
Thermografie von Photovoltaikanlagen
Die Luftthermografie ist der verbreitetste Einsatz der Drohneninspektion in der Schweiz. Eine Wärmebildkamera überfliegt ein Solarfeld und deckt defekte Zellen, Hotspots und Verbindungsfehler auf, die vom Boden aus unsichtbar sind.
Das Verfahren eignet sich sowohl für Wohnhausdächer als auch für Industrieanlagen mit mehreren Tausend Quadratmetern, mit deutlich kürzerer Einsatzzeit als eine manuelle Kontrolle Modul für Modul.
Inspektion von Fassaden, Infrastruktur und Bauwerken
Über die Solarbranche hinaus inspiziert die Drohne Fassaden, Brücken, Leitungen und Bauwerke. Swisscom betreibt ein landesweites Drohnennetzwerk für diese Art der grossflächigen Inspektion – ein Zeichen für die Reife der Technologie auf dem Schweizer Markt.
Hochauflösende und thermische Aufnahmen dokumentieren den Zustand eines Bauwerks vor und nach Sanierungsarbeiten, mit vergleichbaren Ergebnissen von einer Inspektion zur nächsten.
Eingesetztes Material: Drohnen und Wärmebildsensoren
Die DJI Matrice 4T mit hochauflösender Wärmebildkamera und 112-fachem Hybridzoom gilt als Referenzgerät für die professionelle Inspektion; bei einem europäischen Händler wurde ein Preis um 7'700 EUR festgestellt. Die Autel EVO Max 4T, rund 5'700 USD (US-Preis), ist eine Alternative mit integriertem Wärmebildsensor.
Die Wahl des Geräts hängt vom Einsatztyp ab: benötigte thermische Auflösung, Flugausdauer und Kompatibilität mit der beim Anbieter verwendeten Bildverarbeitungssoftware.
- DJI Matrice 4T — hochauflösende Wärmebildkamera, 112-facher Hybridzoom
- Autel EVO Max 4T — integrierter Wärmebildsensor
Spezialisierte Anbieter in der Schweiz
Mehrere Schweizer Anbieter sind auf Drohneninspektion und Thermografie spezialisiert. In der Westschweiz: Altidrone und Dronetarget.ch für Photovoltaik-Thermografie, Drone GVA in Genf (SORA-zertifiziert für Flüge über besiedeltem Gebiet) und Aero Peak in Freiburg für Infrastruktur und Energie.
In der Deutschschweiz: Infragon Ingenieure AG kombiniert Industrieinspektion mit der Reinigung von Solarpanels, YasiBot Solutions verbindet Reinigung und Inspektion von Dächern, Fassaden und PV-Anlagen, und Air-Shot.ch deckt PV-Kontrolle, Thermografie und Vermessung ab. SaferC.ch ist in Solar, Bau und Industrie tätig.
- Altidrone, Dronetarget.ch — PV-Thermografie (Westschweiz)
- Drone GVA — Genf, SORA-zertifiziert
- Aero Peak — Freiburg, Infrastruktur & Energie
- Infragon Ingenieure AG, YasiBot Solutions, Air-Shot.ch, SaferC.ch — Deutschschweiz
So wählen Sie den richtigen Anbieter für die Drohneninspektion
Der passende Anbieter hängt von der Art des zu inspizierenden Objekts ab (Wohndach, industrielles Solarfeld, Bauwerk) sowie vom Zweck des Berichts (vorbeugende Wartung, Kaufexpertise, Versicherungsnachweis).
SinoDrone listet aktive Schweizer Anbieter für Inspektion und Thermografie und verweist auf den Anbieter, der am besten zu Ihrem Projekt und Ihrer Region passt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Drohnen-Thermografie in der Schweiz?
Der Preis hängt von der zu erfassenden Fläche und der Art des gewünschten Berichts ab. Schweizer Anbieter rechnen meist pauschal pro Einsatz statt pro Stunde ab; für eine genaue Offerte werden Fläche, Zugang zum Gelände und Anlagentyp benötigt.
Kann die Drohne eine klassische Sichtkontrolle der Solarpanels ersetzen?
Für das Erkennen von Hotspots und defekten Zellen ist die Luftthermografie schneller und systematischer als eine manuelle Sichtkontrolle Modul für Modul. Bei einer bestätigten Anomalie ersetzt sie jedoch keine vertiefte elektrische Expertise.
Braucht man eine Bewilligung, um sein Dach per Drohne inspizieren zu lassen?
Drohnenflüge in der Schweiz werden vom BAZL je nach Gewicht des Geräts und überflogener Zone geregelt. Ein professioneller Anbieter kümmert sich selbst um diese Bewilligungen; manche, wie Drone GVA, sind SORA-zertifiziert für Flüge über besiedeltem Gebiet.
Was ist der Unterschied zwischen Thermografie und Photogrammetrie?
Die Thermografie erfasst Temperaturunterschiede, um für das Auge unsichtbare Mängel wie Hotspots oder Feuchtigkeit aufzudecken. Die Photogrammetrie rekonstruiert dagegen aus klassischen Fotos ein 3D-Modell oder ein Orthofoto; beide Verfahren werden bei einem Einsatz oft kombiniert.
Eignet sich die Drohneninspektion auch für Fassaden und Brücken?
Ja: Über Dächer und Solaranlagen hinaus inspiziert die Drohne Fassaden, Leitungen und Bauwerke. Swisscom betreibt dafür ein landesweites Drohnennetzwerk für grossflächige Inspektionen.
Wie lange dauert eine Drohneninspektion?
Ein Inspektionsflug dauert je nach Fläche meist wenige bis einige Dutzend Minuten, gegenüber mehreren Stunden bei einer manuellen Kontrolle mit Gerüst oder Hubarbeitsbühne.