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Professioneller Leitfaden

Kartierung und Vermessung per Drohne in der Schweiz

Die Drohne ergänzt die Arbeit patentierter Geometer bei der Geländekartierung, der Baustellenüberwachung und der Kubaturberechnung, ersetzt aber nicht das amtliche Schweizer Katasterwesen, das ausschliesslich zugelassenen Fachleuten vorbehalten ist. Eine RTK-Drohne wie die DJI Matrice 4E erfasst Schrägaufnahmen aus 5 Richtungen für Orthofotos und 3D-Modelle mit zentimetergenauer Präzision. Für grosse Flächen deckt eine langstreckentaugliche VTOL-Drohne wie die JOUAV-CW-Reihe mehrere Hundert Hektar in einem einzigen Flug ab.

Die Rolle der Drohne gegenüber dem patentierten Geometer

In der Schweiz bleibt das amtliche Katasterwesen ausschliesslich patentierten Geometern vorbehalten. Die Drohne soll dies nicht ersetzen: Sie dient als ergänzendes Werkzeug, im Vorfeld oder zur Unterstützung einer amtlichen Vermessung.

Typische Einsatzgebiete sind Voruntersuchungen vor einem Bauprojekt, die Berechnung von Volumen und Kubatur auf einer Baustelle oder in einem Steinbruch sowie die Fortschrittsüberwachung einer Baustelle über die Zeit.

Photogrammetrie, Orthofotos und 3D-Modelle

Die Photogrammetrie setzt Hunderte Luftaufnahmen aus verschiedenen Winkeln zu einem 3D-Modell oder einem georeferenzierten Orthofoto eines Geländes, Gebäudes oder Steinbruchs zusammen.

Die DJI Matrice 4E, die Schrägaufnahmen aus 5 Richtungen erfasst, ist für diese Art von Einsatz konzipiert. Anbieter wie Aerospot in Luzern und Zürich erstellen damit Dachvermessungen und präzise digitale 3D-Zwillinge.

LiDAR und zentimetergenaue Präzision

Bei bewachsenem Gelände oder komplexem Relief ergänzt oder ersetzt LiDAR die klassische Photogrammetrie. Die Feima D2000S mit LiDAR und SLAM steht beispielhaft für diesen Ansatz bei Präzisionsvermessungen.

Kombiniert mit einem RTK-System erreicht eine Kartierungsdrohne eine zentimetergenaue Präzision – ausreichend für Kubaturberechnungen oder eine zuverlässige Baustellenüberwachung über die Zeit.

Kartierung grosser Flächen: langstreckentaugliche VTOL-Drohnen

Um grosse landwirtschaftliche, forstliche oder industrielle Flächen mit minimaler Flugzahl abzudecken, kommen langstreckentaugliche VTOL-Drohnen (senkrechter Start und Landung) wie die JOUAV-CW-Reihe für professionelle Photogrammetrie und Kartierung zum Einsatz. Diese Geräte werden je nach Sensorkonfiguration auf Offertbasis verkauft.

Die VTOL-Bauweise verbindet die Reichweite eines Flugzeugs mit der einfachen Starttechnik eines Multikopters, was die Anzahl der benötigten Einsätze zur Kartierung eines ausgedehnten Geländes reduziert.

Schweizer Anbieter für Drohnenkartierung

Mehrere Schweizer Anbieter decken Kartierung und Vermessung per Drohne ab: Aero Peak in Freiburg, Aerospot in Luzern und Zürich für Dachvermessung und digitale 3D-Zwillinge, Kopa.ch, pixmap.swiss in Bern, HeliFoto.ch und Drone GVA in Genf.

Das Verzeichnis ASIT listet Geomatik-Fachleute in der Westschweiz und hilft, einen Anbieter oder Geometer in der Nähe eines Projekts zu finden.

  • Aero Peak — Freiburg
  • Aerospot — Luzern / Zürich, Dachvermessung, digitaler 3D-Zwilling
  • Kopa.ch, pixmap.swiss — Bern
  • HeliFoto.ch, Drone GVA — Genf

Die richtige Leistung je nach Projekt wählen

Die Wahl zwischen klassischer Photogrammetrie, LiDAR oder VTOL hängt von der abzudeckenden Fläche, der Geländeart (offen oder bewachsen) und der für das Endergebnis benötigten Präzision ab.

SinoDrone listet Schweizer Anbieter für Kartierung und Vermessung per Drohne, um jedes Projekt an den passenden Anbieter zu vermitteln.

Häufige Fragen

Kann die Drohne einen patentierten Geometer in der Schweiz ersetzen?

Nein. Das amtliche Schweizer Katasterwesen bleibt ausschliesslich patentierten Geometern vorbehalten. Die Drohne dient als ergänzendes Werkzeug für Voruntersuchungen, Baustellenüberwachung oder Kubaturberechnungen.

Welche Präzision erreicht eine Drohnenvermessung?

Mit einem RTK-System erreicht eine Kartierungsdrohne eine zentimetergenaue Präzision, die für die meisten Volumenberechnungen und die Baustellenüberwachung ausreicht.

Was ist der Unterschied zwischen Photogrammetrie und LiDAR?

Die Photogrammetrie rekonstruiert aus Fotos ein 3D-Modell, was auf offenem Gelände gut funktioniert. LiDAR misst Distanzen per Laser und durchdringt dichte Vegetation oder komplexes Relief besser, wie es die Feima D2000S zeigt.

Kann eine Drohne eine grosse landwirtschaftliche oder forstliche Fläche kartieren?

Ja, für grosse Flächen decken langstreckentaugliche VTOL-Drohnen wie die JOUAV-CW-Reihe mehrere Hundert Hektar in einem einzigen Flug ab, im Gegensatz zur begrenzteren Reichweite eines klassischen Multikopters.

Was ist ein digitaler 3D-Zwilling und wozu dient er?

Ein digitaler 3D-Zwilling ist eine präzise Rekonstruktion eines Gebäudes oder Geländes aus Luftaufnahmen. Anbieter wie Aerospot nutzen ihn insbesondere für Dachvermessungen vor Sanierungsarbeiten oder der Installation von Solarpanels.

Wo findet man einen Anbieter für Drohnenkartierung in der Schweiz?

Mehrere Anbieter sind regional aktiv: Aero Peak in Freiburg, Aerospot in Luzern und Zürich, pixmap.swiss in Bern, Drone GVA in Genf. Das Verzeichnis ASIT listet zudem Geomatik-Fachleute in der Westschweiz.

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