Vergleich & Analyse
Drohnenhersteller im Vergleich: Marktüberblick Schweiz
DJI dominiert den weltweiten Markt für zivile Drohnen mit einem je nach Segment auf 57 bis 90 Prozent geschätzten Marktanteil und rund 30 Prozent im Agrarsegment; der weltweite Drohnenmarkt umfasst 2026 rund 63,6 Milliarden US-Dollar. Für die professionelle Nutzung in der Schweiz – Landwirtschaft, Inspektion, Vermessung – besteht kein ziviles Verbot chinesischer Marken; die jüngsten Einschränkungen in den USA und der EU betreffen vor allem kritische Infrastruktur und den öffentlichen Sektor. Dieser Vergleich stellt die wichtigsten chinesischen Hersteller – DJI, XAG, Autel Robotics, JOUAV, EAVision, Yuneec – sowie den geopolitischen Kontext vor, den man vor einem professionellen Kauf kennen sollte.
DJI, der unangefochtene Marktführer
DJI hält einen dominanten Anteil am weltweiten Markt für zivile Drohnen, je nach Quelle und Segment zwischen 57 und 90 Prozent geschätzt, sowie rund 30 Prozent allein im Agrarsegment. Der europäische Hauptsitz von DJI liegt in Barendrecht, Niederlande.
Für die professionelle Nutzung deckt die DJI-Produktpalette die wesentlichen Bedürfnisse ab: Agras für die Landwirtschaft, Matrice 4E und 4T für Inspektion und Vermessung, sowie Dock 3, ein EU-C6-zertifiziertes «Drone-in-a-Box»-System, mit einem festgestellten Preis von rund 15'890 USD (US-Preis).
Weitere chinesische Hersteller im Profisegment
XAG positioniert sich als weltweite Nummer zwei in der Landwirtschaft, mit den Modellen P100 Pro (rund 30'000 USD) und P150; bislang wurde kein Schweizer Händler identifiziert. Autel Robotics, dessen europäische Niederlassung in München sitzt, bietet mit der EVO Max 4T ein Modell für die thermische Inspektion.
JOUAV, an einer chinesischen Börse notiert, zählt laut Drone Industry Insights zu den fünf grössten Herstellern ziviler Drohnen weltweit, mit einer auf die Kartierung grosser Flächen ausgerichteten VTOL-Reihe. EAVision (Modell J100, rund 20'000 USD, binokulares Sehen für komplexes Gelände) und Yuneec (H520E, inspektionsorientiert, europäischer Markt von Kaltenkirchen in Deutschland aus betreut) runden das Angebot ab.
- XAG — P100 Pro, P150 (Landwirtschaft)
- Autel Robotics — EVO Max 4T (thermische Inspektion)
- JOUAV — VTOL-Kartierung
- EAVision — J100 (komplexes Gelände)
- Yuneec — H520E (Inspektion)
USA: die Covered List der FCC
Ende Dezember 2025 hat die US-Behörde FCC DJI und weitere ausländische Drohnen auf ihre «Covered List» gesetzt, was neue Zulassungen in den USA blockiert. Bereits im Einsatz befindliche Geräte bleiben legal und nutzbar.
Zur Einordnung: Eine unabhängige, 2025/2026 durchgeführte Prüfung durch die Firma OnDefend fand bei zwei getesteten DJI-Systemen weder eine Hintertür noch eine unrechtmässige Datenübertragung.
EU und Schweiz: kein Verbot, gezielte Wachsamkeit
Die Europäische Union hat am 11. Februar 2026 einen Drohnen-Aktionsplan vorgestellt, der die Einführung eines «EU Trusted Drone Label» vorsieht – eine unabhängige Cybersicherheitsprüfung. Ein Verbot chinesischer Marken auf EU-Ebene besteht nicht, lediglich punktuelle nationale Einschränkungen, etwa im öffentlichen Sektor in Litauen oder im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich in den Niederlanden.
In der Schweiz gilt kein ziviles Verbot. Die Schweizer Armee hat 2021 DJI Mavic 2 Enterprise ohne wesentliche Einwände geprüft, und das VBS hat im Juni 2024 eine Task Force Drohnen eingesetzt, um unabhängige Lösungen für den militärischen Bereich zu prüfen. Für die zivile Nutzung – Landwirtschaft, Dächer, Baustellen – besteht heute keine Einschränkung.
Die Abhängigkeit von der chinesischen Lieferkette
Seit September 2024 hat China die Exportkontrollen für kritische Drohnenkomponenten verschärft, seit Oktober 2025 auch für seltene Erden. Diese Abhängigkeit betrifft auch westliche Hersteller, von denen ein Teil der Komponenten aus derselben Lieferkette stammt.
Für professionelle Käufer stellt sich damit nicht nur die Frage «welche Marke», sondern auch «welche Lieferkette» – ein Punkt, der ebenso wie Preis und technische Leistung berücksichtigt werden sollte.
Wie Sie einen Hersteller für die professionelle Nutzung in der Schweiz wählen
Für Landwirtschaft, Inspektion oder Vermessung in der Schweiz erfolgt die Herstellerwahl heute in erster Linie nach technischen Kriterien und lokalem Support: Für die hier vorgestellten chinesischen Marken besteht kein ziviles Verbot.
Für kritische Infrastruktur oder eine Nutzung im öffentlichen Sektor empfiehlt sich eine Einzelfallprüfung, im Einklang mit der Haltung der Schweizer und europäischen Behörden.
SinoDrone hält diesen Vergleich aktuell und verweist professionelle Käufer auf das Modell und den Händler, die zu ihrem Projekt passen.
Häufige Fragen
Ist DJI in der Schweiz verboten?
Nein. Es besteht kein ziviles Verbot für DJI oder andere chinesische Hersteller in der Schweiz. Die Schweizer Armee hat 2021 DJI Mavic 2 Enterprise ohne wesentliche Einwände geprüft, und das VBS hat im Juni 2024 eine Task Force Drohnen eingesetzt, um unabhängige Lösungen für den militärischen Bereich zu prüfen.
Warum haben die USA DJI eingeschränkt?
Ende Dezember 2025 hat die FCC DJI auf ihre «Covered List» gesetzt, was neue Zulassungen in den USA blockiert. Bereits im Einsatz befindliche Geräte bleiben legal; eine unabhängige Prüfung der Firma OnDefend aus den Jahren 2025/2026 fand zudem bei zwei getesteten DJI-Systemen weder eine Hintertür noch eine unrechtmässige Datenübertragung.
Wird die EU chinesische Drohnen verbieten?
Nein, nicht auf EU-Ebene. Der Drohnen-Aktionsplan vom 11. Februar 2026 sieht ein «EU Trusted Drone Label» als unabhängige Cybersicherheitsprüfung vor, es bestehen jedoch nur punktuelle nationale Einschränkungen, etwa im öffentlichen Sektor in Litauen oder in der Verteidigung in den Niederlanden.
Wie gross ist der Marktanteil von DJI?
DJI hält einen dominanten Anteil am weltweiten Markt für zivile Drohnen, je nach betrachtetem Segment zwischen 57 und 90 Prozent geschätzt, sowie rund 30 Prozent allein im Agrarsegment. Der weltweite Drohnenmarkt umfasst 2026 rund 63,6 Milliarden US-Dollar.
Gibt es Alternativen zu DJI für die professionelle Nutzung?
Ja: XAG und Autel Robotics in Landwirtschaft und Inspektion, JOUAV für die VTOL-Kartierung grosser Flächen, EAVision und Yuneec in spezifischeren Nischen. Die meisten bleiben jedoch für kritische Komponenten von derselben chinesischen Lieferkette abhängig.
Sollte man chinesische Drohnen für kritische Infrastruktur meiden?
Für diesen Anwendungsfall wird eine Einzelfallprüfung statt eines pauschalen Ausschlusses empfohlen, im Einklang mit dem aktuellen Schweizer und europäischen Ansatz, der kein generelles Verbot ausspricht, sondern gezielte Wachsamkeit bei sensibler Infrastruktur und im öffentlichen Sektor vorsieht.